Durch einen Zeckenbiss können Krankheiten übertragen werden, am häufigsten die sogenannte Borreliose, am gefährlichsten ist die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).
Die Gefahr, nach einem Zeckenbiss zu erkranken, wird in Deutschland immer größer. Inzwischen sind bundesweit zehn bis 30 Prozent aller Zecken mit Borreliose infiziert, während Zecken mit dem FSME-Erreger gehäuft nur in bestimmten Regionen Bayerns, Baden-Württembergs, im südlichen Hessen und in Thüringen vorkommen.
Aber auch hier ist ein Anstieg zu erkennen: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der FSME-Erkrankungen um rund 15 Prozent, so die Neue Apotheken Illustrierte/Gesundheit in ihrer aktuellen Ausgabe. Allerdings: Nicht jeder Biss einer infizierten Zecke führt zu einer Infektion. Nach erfolgter Infektion treten bei etwa 30 Prozent der Infizierten Krankheitserscheinungen auf. Das Robert-Koch-Institut bietet eine Übersichtskarte der FSME-Risikogebiete in Deutschland als PDF. Wen es weiter weg zieht, der findet in der Ärztezeitung eine Übersicht europäischer Risikogebiete.
So können Sie sich schützen:
- Tragen Sie auf Ihren Streifzügen durch Wald und Flur entsprechende Kleidung: lange Hemden und lange Hosen, die die Haut bedecken. Stecken Sie die Hosenbeine in die Socken und schützen Sie Ihren Hals durch einen geschlossenen Kragen oder ein Tuch. Helle Kleidung hilft dabei, die Zecken schnell zu entdecken.
- Hungrige Zecken befinden sich meistens in einer Höhe von einem bis anderthalb Metern auf Farnen, Gräsern und niedrigen Zweigen. Der Zeckenbefall erfolgt daher bei einem Erwachsenen zumeist in Beinhöhe. Von hier aus kriechen sie höher und beißen sich schließlich fest. Grundsätzlich bevorzugen diese Parasiten Stellen mit dünnen Hautpartien. Besonders begehrt sind die Hautpartien unter den Armen, zwischen den Beinen und den Kniekehlen.
- Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Sie Körper und Kleidung gründlich nach Zecken absuchen - ein Biss ist nicht zwangsläufig schmerzhaft.
- Gegen die FSME rät das Robert-Koch-Institut bei Aufenthalt in FSME-Risikogebieten auf jeden Fall zu einer Impfung.
Im Falle eines Bisses:
- Haben Sie eine Zecke entdeckt, so muss diese so schnell wie möglich entfernt werden. Die Infektionsgefahr steigt, je länger die Zecke im Körper verbleibt und Blut saugt. Zur Entfernung eignet sich besonders eine entsprechende Zeckenzange, die in jeder Apotheke erhältlich ist.
- Verzichten Sie auf Hausmittelchen wie Öl, Butter oder sonstige erstickende Substanzen. Auch Zerquetschen oder Zerdrücken ist nicht hilfreich. Verbleibt der Kopf in der Haut, so muss dieser unbedingt fachmännisch entfernt werden.
- Bei Verdacht einer Infektion sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Je frühzeitiger diese Bakterieninfektion entdeckt wird, um so besser kann sie mit Antibiotika bekämpft werden.